815 Jahre nach Yavin. Die Macht ist zum Monster geworden. Der Hyperraum liegt im Sterben. Die Kernwelten sind vom Rest der Galaxis abgeschnitten. Seit einhundert Jahren hat niemand mehr etwas von draußen gehört ....

Mittwoch, 15. Juni 2011

1.07 Skywalking


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Ben



Die Leiche hatte mehr Löcher, als es Sterne in der Galaxis gab, und alles Blut war durch sie hinausgeflossen. Wie durch ein Sieb. Als hätte der Mann das Blut ausgeschwitzt. Und nun hatte das Gesicht des Toten den gleichen Grauton angenommen wie das von Lady Siena Kali.

»Bist du zufrieden?«, fragte sie leise. »Mit deiner Arbeit?«

Ben nahm zwei Finger und zwängte das rechte Auge auf.

Darunter wartete milchiges Weiß. Vom linken Auge war noch weniger übrig.

»Nein.« Er ließ den Kopf des Mannes in der Blutpfütze aufschlagen. »Das hier war ich nicht. Ich hab‘ nur das Ding gerufen, das sie getötet hat.«

»Und macht das einen Unterschied?«

Ben stand auf. Er schüttelte seine Hände und Blut spritzte in alle Richtungen. Er wischte sich die Handflächen an der Hose ab. Nicht an der Jacke. Die Jacke war von Avary. Hatte seinem Sohn gehören sollen. Von Avary, für Ben.

»Das Monster war wegen mir hier«, sagte er. »Und ich wegen Ihnen. Das hier wär‘ nicht passiert, wenn Sie mich nicht hergebracht hätten. Die wären alle noch am Leben, Ihre Leute.«

Kali sagte nichts. Getrocknetes Blut ließ ihre weißen Haare zusammenkleben. Ihre Lippen waren aufgeplatzt und aus den Wunden an ihrem Hals war Blut auf die Uniform getropft. Ihre Hände hatte Ben mit Energiefesseln hinter den Rücken gebunden. Aber sie folgte ihm durch die Korridore ihres verlassenen Schiffes mit einer Ruhe und einer Würde, die ihn rasend machten, wenn er sie zu lange ansah.

Eines ihrer Schiffe war zerstört, ihre Crew tot, sie selbst in Bens Gefangenschaft - und trotzdem schien sie eher interessiert als ängstlich. Als wäre er eine Art Versuchsobjekt und würde noch immer in dem Kraftfeld hängen. Dabei hatte Ben ihr Leben in der Hand. Er war jetzt der Meister. Nicht umgekehrt.

Er öffnete eine weitere Drucktür.

Unmittelbar hinter der Schwelle lag eine Leiche: eine junge Frau in blauer Uniform, die erstarrten Hände um den Hals geklammert. Ein paar Meter dahinter hatte sich ein zweiter Toter zusammengerollt. Aus der Entfernung waren keine Verletzungen zu sehen.

Ben erinnerte sich an den Tag, an dem Navvo ihm Zutritt zur Leichenkammer einer Dejarikhalle verschafft hatte. »Der Mann, der diese Sklaven getötet hat«, hatte Navvo gesagt, »wird dein nächster Gegner. Sieh‘ dir genau an, was er mit ihnen gemacht hat. Und lass dir ne Verteidigung einfallen. Sonst liegst du morgen abend auch hier unten. Du willst leben? Dann lerne.«

Ben wollte leben. Also ging er auch vor diesem Toten auf die Knie, schob die Beine von dessen Bauch weg und tastete prüfend den Brustkorb ab.

Die Rippen waren nach innen gedrückt. Eine von ihnen brach bei Bens Berührung. Der rechte Arm hatte jede Festigkeit verloren. Die Knochen darin waren in tausende Einzelteile zersplittert.

Damals, vor dem Kampf, der ihn zum Trickser gemacht hatte, war Ben in der Leichenhalle den Spuren eines Künstlers gefolgt. Von Kunstwerk zu Kunstwerk. Er war zum Schüler geworden, um seinen Meister am Tag darauf zu erschlagen. Er hatte gelernt und er hatte überlebt.

Aber alles, was die Opfer des Monsters ihn lehrten, war Angst.

Das Monster hatte keine Technik, keine Vorlieben und vor allem keine Grenzen. Keine zwei Personen hatte es auf die gleiche Art getötet.

Navvos Strategien schützten ihn nicht vor einem Feind wie diesem.

Avarys Regeln hatten das getan. Jahrelang. Bis Ben sie bei seiner Flucht gebrochen hatte. Bleib auf den Splitterwelten, hatte Avary gesagt, denn dort unten war Ben nie gezwungen gewesen, das Monster so tief in diese Welt einzulassen. Aber Ben konnte nicht bleiben. Sein Platz war nicht im Dreck, das hatte er immer gewusst. Die Sterne riefen nach ihm und er würde endlich folgen.

»Du denkst natürlich«, sagte Kali, »du wüsstest was du tust. Und dass du es unter Kontrolle hättest. Aber was es mit mit meiner Crew getan hat... Das war seine Wahl, nicht deine. Es hat mit ihnen gespielt. Hat experimentiert. Du konntest uns beide vor dem Monster schützen, ja, aber das war es auch schon.«

Ben drehte sich nicht um. »Und? Was heißt das?«

»Macht ohne Kontrolle, Ben, ist keine Macht.«

»Niemand kontrolliert das Monster. Nicht mal Janus. Das wette ich.«

»Was du mit dem Monster getan hast, hätte noch sehr viel schlimmer enden können. Auch die besten meiner Gardisten borgen sich nur einen winzigen Teil seiner Kräfte. Selbst Naeton Anor persönlich wagt es kaum, den natürlichen Fluss wirklich zu stören. Die Midi der Splitterwelten folgen sehr strengen Regeln.«

Ben warf ihr einen Schulterblick zu. Lächelte. »Aber ich nicht.«

»Dann darf ich nicht zulassen, dass du dieses System verlässt.«

Er kam zum Stehen und funkelte die Kommandantin an. »Zulassen? Ist mir doch egal, was Sie zulassen möchten und was nicht! Ich war lange genug da unten. Ich war lange genug ein...« Er sprach das Wort nicht aus. »Ich hab‘ mehr verdient als das.«

»Und was wäre das? Die Arcadia? Oder gleich die Schlüssel zur Vermillion-Flotte? Dazu den Titel des Großmeisters aller Midi?«

Ben hätte sie gegen die Wand geschleudert, hätte sie nicht mit allem Recht gehabt, was das Monster anging. Wenn er dessen Kräfte unnötig nutzte, und schon so früh wieder, dann würde seine Flucht hier und jetzt enden.

»Die Tür«, sagte er also und trat beiseite.

Kali deutete eine Verbeugung an, ehe sie ihre Finger über die Tasten des Panels fliegen ließ. Die Drucktür entsiegelte sich und verschwand zu beiden Seiten in der Wand. Ben hatte Wachen erwartet, noch mehr Tote, aber hier gab es keine. Nur einen metallischen Quader, im Zentrum eines ansonsten leeren Raumes.

»Was ist das?«, fragte Ben.

»Karbonit.«

Das Wort sagte Ben nichts. Aber er wusste, dass sich in diesem Block eine Person befinden musste. Ikaia hatte den Gefangenen gespürt, als sie in der Macht jedes Lebewesen auf dem Schiff erfasst hatte. Doch dieser war kaum wirklich da gewesen, zu weit entfernt, als dass das Monster ihn hätte erreichen können.

Ben fragte sich, ob ein solches Gefängnis auch ihn selbst vor dem Monster schützen konnte. Und ob er jemals so verzweifelt sein würde, sich dort einsperren zu lassen.

Nein. Nein, ganz bestimmt nicht.

»Ich möchte stark davon abraten«, sagte Kali, »sie oder ihn zu befreien.«

»Sie oder ihn? Das hier ist Ihr Schiff. Sie wissen genau, wer da drin ist.«

Kali lächelte bedauernd. »Mein Schiff. Janus‘ Mission. Janus‘ Gefangener. Und die Hand neigt nicht dazu, ihre Geheimnisse zu teilen. Er hat mir über unseren Gast nicht mehr erzählt als über dich. Meine Neugier hat dich an Bord gebracht. Mache nicht den gleichen Fehler, indem du das Karbonit öffnest.«

Kali wusste nichts über den Gefangenen? Ben wollte das nicht glauben, tat es aber trotzdem. So wenig er auch über das Valueen Königreich wusste, dass die Lords und Ladys des Zwölferrats nicht gerade Freunde waren, das erzählte man sich auch unten in den Splitterwelten. »Wollte der König so«, hatte Ben einmal jemanden sagen hören, »damit die sich nicht gegen ihn stellen. Als würden die‘s wagen. Nach allem, was er mit dem letzten Rat gemacht hat.«

»Taut ihn auf«, sagte Ben trotzdem. »Oder sie.«

Kali sah ihn nur entschuldigend an. »Wenn ich raten müsste, würde ich auf Andor Hokulani setzen. Janus jagt ihn schon seit Jahren. Ein Pilot wie Hokulani wäre dir natürlich eine große Hilfe - aber der gefährlichste Kopfgeldjäger aller Zeiten wird keine Befehle von einem kleinen Jungen annehmen.«

»Wenn ich ihn befreie, dann ist er mir dankbar, oder?«

»Gewiss. Vielleicht schließt er deine Augen, nachdem er dir den Kopf abgeschlagen hat. Vielleicht ist Hokulani auch gar nicht hier drin. Der Punkt ist: Wenn du den Gefangenen befreist, bringst du ein unberechenbares Element in eine Situation, die du schon jetzt nicht unter Kontrolle hast.« Sie legte den Kopf schief. »Weißt du, was die Restwelten zusammenhält? Und uns alle am Leben?«

»Was?«, fauchte Ben.

»Mauern und Käfige. Manche Welten dürften sich niemals berühren. Manche Kräfte gehören ausgesperrt. Und manche Geschöpfe gefangen.«

»Ich. Nicht.«

»Wenn du wirklich entkommen willst, dann lass mich dir trotzdem noch einen Ratschlag geben.« Kali lächelte. »Vielleicht möchtest du das Schiff demnächst in Bewegung setzen. Wir hängen tot im Raum, direkt neben einem Trümmerfeld. Die Dauntless wird bereits auf dem Weg zu uns sein.«

Ben zuckte zusammen. »Die Dauntless? Was...?«

»Meine verbliebene Korvette. Stationiert beim Sprungschiff, am Rande des Systems. Sie wird sich fragen, wer oder was die Stargazer zerstört hat. Das Schiff der Prinzessin.« Sie erklärte all das in einem Ton, in dem Mütter mit sehr dummen Kindern sprachen.

Bens Herzschlag beschleunigte sich. Er hatte einen Fehler gemacht. Im Dejarik gab es nur das Spielbrett, und außerhalb dieses Kriegszirkels gab es nichts. Deshalb hatte Ben das halbe Schiff durchquert, um den Gefangenen zu sehen und ihn entweder für sich zu gewinnen, oder auszuschalten. Aber die Dinge waren viel komplizierter. Weil das Spielbrett über die Grenzen des Schiffes hinausreichte und das ganze Sternensystem einschloss, vielleicht die gesamten Restwelten. Ben hatte plötzlich etliche Mitspieler und keinen einzigen konnte er von hier aus sehen.

Eine königliche Korvette war am Rande der Splitterwelten explodiert. Neben Kalis verbliebenem Schiff würden sich auch die Banden und Gruppierungen der Asteroiden dafür interessieren, vielleicht sogar die Sirenen.

»Sobald die Dauntless hier ist«, fuhr Kali gelassen fort, »werden sie vergeblich meinen toten Kom-Offizier anfunken. Das tun sie vielleicht eine Minute lang. Ab der zweiten Minute starten sie die Scans. Ab der dritten macht sich ein Aufklärungstrupp bereit. Zwölf Gardisten. Sie landen entweder unter uns im Jäger-Hangar oder auf einer der zwei Plattformen auf Höhe von Deck 3. Sobald Sie die erste Leiche sehen, werden Sie ein zweites Team schicken, sowie zwei Dutzend ihrer Jagdmaschinen zurück zum Sprungschiff senden, um ...«

»Ich hab‘s verstanden«, fuhr Ben dazwischen, während sich seine Gedanken überschlugen. »Sie verhindern das, okay? Jeder einzelne Gardist, der zu uns an Bord kommt, wird sterben.«

»Die ersten zwölf? Gewiss. Die nächsten 24? Vermutlich. Die folgenden 48, verstärkt durch vier Gardisten der Azura Phalanx?« Kali lächelte sanft. »Ich glaube nicht, dass du das kannst Ben. Was du mit dieser Crew getan hast, konntest du dank der Twi‘lek. Und die ist dabei gestorben.«

Sie hatte Recht. Und wie sie das hatte. Aber jetzt fiel Ben ein, was er von Anfang an hätte vorschlagen sollen: »Wenn Sie ihre Leute nicht zurückpfeifen«, er scheuchte alle Angst aus seiner Stimme, »dann bringe ich Sie um.«

Sie hob die Augenbrauen. Natürlich hatte sie nichts anderes erwartet.

Ben deutete auf das Gerät an Kalis Unterarm, über das sie vor einer Weile mit dem Außentrupp gesprochen hatte. »Sagen Sie denen, es ist alles unter Kontrolle. Und dass Sie... Sagen Sie denen, was die hören müssen, um wegzufliegen.«

Jetzt erst nickte Kali wie eine Dienerin, aber Ben erkannte den Spott darin. »Ich könnte ihnen befehlen, uns zu vergessen und das Sprungschiff zu beschützen. Vor weiteren Angriffen der Vermillion Piraten. Wäre dir damit geholfen?«

»Ja.« Glaubte er wenigstens.

»Mein Kom-Offizier ist tot, damit ist mein persönliches Komlink nutzlos. Wir sollten besser auf der Brücke sein, ehe die Dauntless in Funkreichweite ist.«

Und natürlich hätten sie schon längst auf dem Weg sein können. Aber Kali bremste ihn, wo sie nur konnte.

Ben hatte einmal auf einem Asteroiden gekämpft, nach dessen Regeln beide Spieler getötet wurden, sollte nach einer bestimmten Zeit noch kein Sieger feststehen. Als ein toydarianischer Meisterschütze verstanden hatte, dass er gegen Ben nicht gewinnen konnte, hatte er auf Zeit gespielt, damit sie beide starben. Kali versuchte jetzt das Gleiche. Vielleicht hoffte sie sogar, Ben zu überleben. Aber das würde nicht passieren.

»Hier wären wir«, sagte Kali. Sie trat aus dem Turbolift heraus und dann nach links, um Ben freie Sicht auf die Brücke zu geben.

Die meisten Offiziere waren an ihren Konsolen gestorben. Das vordere Fenster wurde halb von einem Blutspritzer bedeckt, der die Asteroidenstädte dahinter rötlich färbte. Von der Dauntless war nichts zu sehen, auch in den anderen zwei Fenstern nicht.

Was, wenn es sie gar nicht gab? Und Kali nur an die Kom-Station wollte?

»Halt«, sagte er scharf.

Kali kam einige Meter vor ihrer Zielkonsole zum Stehen und drehte sich mit gespielter Verwunderung zu ihm um. Sie wusste genau, welchen Gedanken er soeben gehabt hatte.

»Ich will dieses Schiff sehen. Die Dauntless

»Ben.« Kali seufzte. »Bei all dem Müll, der hier draußen herumfliegt, werden sie in Kom-Reichweite sein, ehe wir sie sehen können.«

»Das... Glaube ich Ihnen nicht. Ich weiß, dass die ganze Technik der Leute hier die Reichweite einschränkt. Wegen den ganzen Störungen durch... Modifiziertes Zeug.«

Kali nickte. »Wenn du das sagst. Aber ich sage dir, dass wir über zwei Schiffe der Königlichen Garde sprechen. Und nicht über Technologie aus der Zeit vor dem Schattenkrieg.«

Ben schwieg. Was sollte er nur tun? Oder hatte er eh keine andere Wahl, als es darauf ankommen zu lassen? Er konnte sie töten. Das musste sie doch verstehen.

»Ben«, sagte Kali. »Unten in den Ruinen, da warst du der größte Fisch im dreckigen Teich, vielleicht mit Ausnahme der Sirenen. Angst und Drohungen und das Gesetz des Stärkeren - das sind die Naturgesetze, die du verstehst. Aber hier oben im Himmel spielen wir ein anderes Spiel als Dejarik. Hier oben spielen wir nicht um ein schmutziges Stück Brot, nein, wir spielen um Sterne und Geheimnisse und um wirkliche Macht. Und von diesem Spiel, Ben, hast du nicht die leiseste Ahnung.«

»Wenn ich so scheißwinzig und egal bin«, fauchte Ben, »warum war Janus dann bei mir? Warum hat Ikaia mich hergebracht? Warum wollten Sie meine Erinnerungen fressen, hm?«

»Weil du eine beeindruckende Spielfigur bist, Ben.« Wieder dieses verdammte Lächeln. »Aber kein Spieler.«

Ein Signalton ertönte. Ein eingehender Funkruf.

Kali nickte in Richtung der Konsole, dessen obere Reihe aus Dioden nun zu blinken begonnen hatte. »Die Dauntless ist bald hier. Möchtest du würfeln und mich an die Konsole lassen? Oder plaudern wir noch ein wenig?«

»Schicken Sie sie fort«, sagte Ben. »Oder wir sehen uns in der Hölle wieder.«

»Ich glaube, die Routen dorthin sind tot.« Sie glitt auf den Sitz der Kom-Station. »Das würde vieles erklären, findest du nicht?«

»Mich zum Beispiel?«

Kali zwinkerte ihm über die Schulter hinweg zu. »Sei bloß nicht so eitel.« Dann wurde ihr Gesicht ernst und sie drückte in einer affektierten Bewegung einen der Knöpfe. »Hier ist Lady Kali. Kehren Sie umgehend zum Sprungschiff zurück.«

»Mylady«, kam es zögernd aus den Lautsprechern der Brücke. »Die Prinzessin ist... Ich meine, die Stargazer ist...«

Sie fiel ihm ins Wort. »An einem Ort wie diesen gibt es tausende Zuhörer, Captain, also verzichten Sie in Zukunft bitte auf die Preisgabe von sensiblen Information. Aber seien Sie doch stattdessen so freundlich, das Sprungschiff zu verteidigen. Sie würden es hassen, mit mir hier festzusitzen.«

»Zu Befehl, Mylady.«

Damit beendete Kali die Verbindung und sah zu Ben herüber. »Weitere Wünsche? Oder möchtest du langsam von Bord gehen?«

Im ersten Moment war Ben noch erleichtert, dass sie Wort gehalten hatte. Aber auf ihre Frage hin starrte er sie verwirrt an. »Warum sollte ich?«

Kali seufzte. »Ich hatte gehofft, diese Idee mit der Arcadia wäre nicht dein Ernst. Der Gedanke, ihnen zu folgen, ist ... Absurd.«

»Ach ja, und wieso?«

»Ich nahm an, du hättest aufgepasst, als ich mit deiner Nautolanerin darüber gesprochen habe: Die Metellosroute ist eine Todeszone.«

»Die Arcadia ist trotzdem gesprungen.«

»Die Arcadia wird auch von einem Droiden geflogen, der fähig wäre, ein kleines Imperium zu regieren.« Sie deutete auf eine der Leichen. »Das ist mehr als ich von meinem eigenen Steuermann sagen kann. Anders als gewisse Lords bin ich nicht der Meinung, dass ein kopfloser Mann ein besserer Offizier ist. Und selbst wenn unser Freund hier noch in einem Stück und am Leben wäre... Wäre er noch immer kein Midi.«

Ben unterdrückte einen Fluch. Er wusste genau, was sie damit sagen wollte: Nur Midi konnten ein Schiff durch den Hyperraum bringen. Selbst die Königsstraße, die stabilste aller Routen, konnten gewöhnliche Piloten in einem gewöhnlichen Schiff nicht bereisen. Es gab ein paar Midi außerhalb der Gardisten, die auf der Schmugglerroute nach Trantor ein Vermögen machten - aber wie sollte Ben einen von ihnen finden?

Er wandte sich ab. Warum hatte er all das nicht früher durchdacht? Der Gedanke, dass ein Schiff der Königlichen Garde ebenso stranden konnte wie der schlechteste Schmuggler-Raumer, war ihm nie wirklich gekommen. Vielleicht war er unbewusst davon ausgegangen, dass Kali selbst das Schiff fliegen konnte. Sie verhielt sich wie ein Midi, wie jemand, der noch einen Trick auf Lager hatte. Wenigstens dafür hatte Ben ein Auge. Und er hatte gehofft, sie würde alles Nötige tun, wenn er sie nur hart genug gegen eine Wand schleuderte.

Aber im Himmel spielte man kein Dejarik.

»Wenn dieser Pilot es eh nie konnte«, sagte er langsam, »wer hat Ihre Schiffe dann hierher gebracht? Lord Janus?«

Kali stieß einen Laut der Belustigung aus. »Wohl kaum. Die meisten Midi haben genau ein Talent, wenn man es in seinem Fall so nennen möchte, und unser geschätzter Schattenlord hat von Hyperraumreisen nicht mehr verstanden als du und ich.«

»Aber auf dem Sprungschiff ist einer, der fliegen kann?«

»Gewiss. Wenn du jedoch im Alleingang ein Schiff erobern könntest, hätten wir die Dauntless nicht erst fortschicken müssen.«

»Ich muss es nicht erobern. Ich kann Euch auch gegen den Piloten tauschen.«

»Was in vieler Hinsicht ein schlechter Tausch wäre. Angefangen damit, dass auch ein entsprechend ausgebildeter Midi lieber sterben würde, als die Metellosroute zu befliegen. Was glaubst du, warum sie die Arcadia nicht längst verfolgen?«

Kali log nicht. Das hatte sie nicht nötig. Sie hatte sämtliche von Bens Möglichkeiten durchdacht, während er sich noch für Leichen und den Gefangenen interessiert hatte.

Sie hatte ihn seelenruhig herumlaufen lassen und gewartet, bis er dort ankam, wo sie ihn haben wollte.

»Geh von Bord, Ben«, sagte Kali. »Lass los. Gib‘ auf. In den Splitterwelten kannst du überleben, wenn du dich schlau anstellst. Du kannst Geld machen und vor allem kannst du dich sehr lange vor uns verstecken ... Wer weiß, vielleicht erwischt du sogar einen Springer nach Trantor.«

Nein. Er musste zur Arcadia. Sein Bruder war dort. Und die Prinzessin. Und sie suchten die Cloudrun, ganz bestimmt. Die Metellosroute war der Weg, den er zu nehmen hatte. Er würde nicht zurück zu den Splitterwelten gehen. Und alle anderen Wege führten an Orte, die auch nicht besser waren. Tiefer hinein in den Dreck. Als gehörte er am Ende doch dorthin.

Denk nach. Denk nach, verdammt, oder du wirst wieder ein Sklave...

Dieses Schiff besaß einen Sprungantrieb. So viel wusste er. Und es war sehr viel moderner als die Arcadia, vermutlich auch als das Sprungschiff. Als die Raumer der Splitterwelten sowieso. Wenn er Kalis Schiff aufgab, dann gab er auch die Metellosroute auf. Für immer. Er würde nie wieder eine solche Chance bekommen.

»Ich muss nur einen Piloten finden«, sagte er unwillkürlich laut.

Kali hob mitleidig die Augenbrauen. »Nur?«, wiederholte sie. »Du bräuchtest einen Piloten, der nicht nur besser ist als meine Gardisten, sondern dazu noch bereit, ein königliches Schiff zu entführen und auf eine Todesroute zu bringen. Und das alles für was? Für Credits

Ben hörte sie kaum.

Er starrte durch das Meer der Asteroiden hindurch und fand den winzigen Punkt, den er gesucht hatte.

»Ja«, sagte er. »Für Credits.«

Als er Kalis Lächeln schwinden sah, wusste er, dass es funktionieren würde. Dass sie diesen Weg nicht bedacht hatte.

»Die Sirenen«, sagte sie eisig. »Du weißt nicht, was du tust.«

Sein Puls beschleunigte sich, als er endlich wieder das Gefühl hatte, die Oberhand zu gewinnen. »Ich hab‘ keine Ahnung von dem Spiel, das man im Himmel spielt. Oder von irgendwelchen Regeln. Aber bei uns im Dreck?« Ben schenkte ihr das Grinsen des Tricksers. »Bei uns kann man Jedi kaufen.«

Danach war Kali endlich still.

Sie fuhr die Antriebe hoch, so viel schien sie allein zu können, und Ben zeigte ihr, wohin sie fliegen sollte. Vermutlich hätte er das nicht gebraucht. Die Sirenen waren weit über die Splitterwelten hinaus bekannt, hieß es, und ihr Asteroid wollte gefunden werden.

Der Sirenenfelsen war kleiner als Ben erwartet hatte, aber alle anderen Erzählungen entpuppten sich als wahr: Zwei Dutzend kleinerer Asteroiden umkreisten die Festung auf unterschiedlichen Orbits, gesteuert vermutlich von jemandem, der ähnliche Kräfte haben musste wie Ben. Als er das Panoramafenster nutzte, um sich umzusehen, wurde ihm klar, dass weitere Asteroiden das Schiff längst umgaben. Unschuldig hingen sie im All - bis die Sirenen sich entschlossen, die Falle zuschnappen zu lassen.

Vielleicht sollte Ben hinaustasten. Prüfen, ob er gut genug war, um einen Asteroiden zu bewegen. Ob er das Schiff zur Not schützen konnte. Aber das Monster schlief nur einen leichten Schlaf, und selbst mit all dessen Kräften würde Ben nicht dreißig Asteroiden abwehren können.

Ihm wurde unwohl. Er hatte Kalis Spiel nicht gewonnen - sondern einen neuen Spieler eingeladen, den sie beide fürchten mussten.

Kali hatte ihren Hochmut abgelegt und saß an der Steuerkonsole, als sei sie bereit zum Sprung. Angst zeigte sie jedoch keine. Als wäre sie zu Furcht gar nicht in der Lage. Ohne den Blick von dem größer werdenen Felsen abzuwenden, sagte sie: »Die Sirenen werden dir nicht helfen. Das Königreich duldet sie, ja - aber wenn sie für einen gesuchten Verbrecher die Kommandantin der königlichen Garde entführen, kann das ihr Ende bedeuten. Was hast du ihnen anzubieten, um das Risiko zu rechtfertigen?«

Euch, dachte Ben. Und am Ende das Schiff. Falls sie sich nicht einfach nehmen, was sie möchten. Zu Kali sagte er nichts. Entweder die Sirenen halfen ihm, oder er würde sich für lange Zeit in den Splitterwelten verstecken müssen. Die Zeit, um wählerisch zu sein, war vorbei. Genau wie die Zeit, in der er sich Angst leisten konnte.

»Sollen wir einen Kanal öffnen?«, fragte Kali.

Ben schüttelte den Kopf. »So geht das nicht. Sie sprechen nicht über Kom.« Jedenfalls hatte er das von Raumfahrern gehört. »Stoppt den Antrieb. Wir müssen hier warten.«

»Den Antrieb stoppen ist nicht Anhalten. Wir sind im Weltraum.«

Ben funkelte sie an.

Kali lächelte, aber sie konnte ihre frühere Gewissheit nur imitieren, nicht zurückbringen. Über diesen Teil ihres Himmels wusste sie genau so wenig wie Ben. Sie zog einige Regler zu sich heran und brachte das Schiff sanft zum Stehen.

Ben versteifte sich. Er hatte Geschichten gehört, über Captains, die hier gewartet hatten, um binnen einer Stunde den Verstand zu verlieren. Erfahrene Raumfahrer glaubten auf einmal, hinter den Fenstern wunderschöne Gesichter zu sehen, und hatten sich durch Luftschleusen ins offene All gestürzt.

Und dann gab es die andere Art von Geschichte. Die, in welcher ein reicher Lord aus dem Königreich den Sirenen all die Reichtümer seines Planeten schenkte - und die Sirenen sich dafür auf Wegen revanchierten, welche Nicht-Midis und gewöhnlichen Prostituierten verschlossen blieben.

Ein wirklich gutes Gefühl hatte Ben bei keiner der zwei Varianten.

»Wir hätten sie längst auslöschen sollen«, sagte Kali leise. »Jedi-Huren. Eine Schande für das Königreich und die Midi.«

Bevor Ben etwas erwidern konnte, löste sich ein Lichtpunkt vom Felsen.

Er wich einen Schritt zurück. »Hier kommen sie...«

Kali stand auf. »Sie werden spüren, wo im Schiff wir sind. Und dass wir allein sind. Oberer Hangar also. Jetzt wirst du sehen, mit wem du dich eingelassen hast.«

Der Lichtpunkt hatte sich in Triebwerksglühen und Raumjäger zerteilt, wobei die silbrig-verspiegelte Oberfläche des Jägers fast ebenso hell leuchtete. In einem eleganten Bogen schoss der Sirenenpfeil auf Kalis Schiff zu.

Ben scheuchte Kali vor sich her und ließ sich von ihr in den kleinen Hangar führen.

Hier gab es nur zwei Landeplätze, von denen einer bereits von einem Raumjäger der Gardisten besetzt war. Den Verzierungen nach, und der Nähe zur Brücke, musste es sich um Kalis persönliches Schiff handeln.

Sobald die Sirenen hier waren, würde Kali vielleicht versuchen, Ben in den Rücken zu fallen oder zu flüchten. Also legte Ben ihr die Energiefesseln wieder an und stellte sich zwischen sie und die Drucktür.

Vor ihnen erschien der silberne Jäger und glitt durch das Statisfeld des Hangars, um dann auf dem freien Landeplatz aufzusetzen.

Ben hielt den Atem an.

Eine menschliche Frau stieg aus dem Cockpit, in schwarzer Kleidung ohne jegliche Merkmale, von einem Waffengurt abgesehen. Ihr Gesicht war eines der freundlichsten, die Ben je gesehen hatte, mit großen Augen und einem fast kindlichen Lächeln.

Ben wollte schon etwas sagen, als Kali den Kopf schüttelte. »Eine Dienerin. Keine Sirene.«

Eine zweite Gestalt glitt aus dem Jäger, deutlich größer als die Dienerin, und ganz und gar nicht menschlich. Sie hatte blaue Haut und zwei fleischige Auswüchse flossen aus den Seiten ihres Kopfes, um in biegsamen Stacheln zu enden, die fast bis zu den Hüften reichten. Auf eine gewisse Art erinnerte sie an Ikaia, eine andere Spezies zwar, aber beide schienen sie fast mehr für das Wasser geschaffen als für das Land.

Die Sirene trat an ihrer Dienerin vorbei und verneigte sich vor Ben. »Ich bin Raidne, vom Felsen.«

Falls sie sich darüber wunderte, dass Siena Kali die Gefangene eines dreizehnjährigen Jungen auf einem toten Schiff war, dann ließ sie sich nichts davon anmerken. Sie hatte Kali ignoriert und ihre gelben Augen ruhten in jedem Atemzug auf Ben.

Er verbeugte sich unbeholfen. »Ich bin Ben. Ich bin hier, weil ich... Weil ich eine Pilotin brauche. Für den Hyperraum.«

Ben hatte keine Ahnung, was er tat. Sollte er Kali vorstellen? Sollte er gleich das Schiff als Bezahlung anbieten? Sollte er darüber lügen, was er mit der Besatzung gemacht hatte? Er glaubte nicht, dass er unter dem Blick der Sirene lügen konnte.

»Ihr sucht eine Springerin.« Raidne lächelte. »Es sind einige unter uns. Ihr müsst allerdings verstehen, dass sich unsere Dienste für gewöhnlich auf den Felsen beschränken. Die Galaxis kommt zu uns. Nicht umgekehrt.«

Sein Magen verkrampfte sich. »Heißt das...?«

»Keine Sorge, junger Meister. Was Ihr wollt, ist möglich. Aber es gibt Vorbereitungen zu treffen. Und es ist unser Wunsch, dass Ihr uns auf dem Felsen besucht.« Ein Glitzern trat in ihre Augen. »Wir haben Euren Werdegang mit großem Interesse verfolgt. Trickser.«

»Ihr... Ihr kennt mich?«

»Besser als Ihr selbst.« Raidne hob eine Hand und die Dienerin trat zurück, noch hinter den Jäger. Kali tat es ihr gleich, in die entgegengesetzte Richtung. Dann machte Raidne einen lautlosen Schritt auf Ben zu, beugte sich zu ihm herab und flüsterte ihm ins Ohr: »Sie war eine von uns, müsst Ihr wissen. Eure Mutter.«

Ben starrte sie an.

Raidne richtete sich wieder auf. »Oh, nicht jede Sirene ist wie ich, nicht jede eine Chagrian. Eure Mutter war ein Mensch, gewiss, eine einzigartige Vertreterin Eurer Spezies ...«

Bens Gedanken überschlugen sich. Wenn das stimmte, dann...

Natürlich, seine Mutter musste eine Midi gewesen sein, denn Avary hatte keine solchen Kräfte besessen! Avary würde die Sirenen aufgesucht haben. Er hatte als einer der wenigen seinen Verstand nicht verloren - und hatte einen Sohn mit vom Felsen gebracht.

Ben ballte die Fäuste. Warum hast du mir das alles nie gesagt?

Raidne öffnete die Hände. »Möchtest du mit uns kommen? Möchtest du erfahren, wer sie war? Und wer du bist?« Sie kniete vor ihn. »Möchtest du endlich nach Hause, Ben?«

Noch nie hatte er etwas mehr gewollt als das.

Er öffnete den Mund, um zu antworten.

Dann knallte es. Raidne riss die Augen auf. Und kippte zur Seite, im Rücken ein Brandfleck.

Die Dienerin senkte ihren Blaster.

»Nein«, flüsterte Ben. »Nein!« Er streckte die Hand aus und ließ den Blaster gegen Kalis Raumjäger fliegen, woraufhin dieser scheppernd zu Boden fiel. Mit zum Kampf erhobenen Händen kam Ben auf die Dienerin zu. »Bring‘ mich zum Felsen! Oder ich schieß‘ Euch ins All! Bring‘ mich zum Felsen!«

Die Dienerin schüttelte traurig den Kopf. »Das willst du nicht. Glaub‘ mir das. Bitte.«

In seinem Innern wusste er es. Er ließ die Hände sinken und begann zu zittern. »Bring‘ mich nach Hause...«, brachte er noch heraus - aber es war schon vorbei.

Die Dienerin wandte den Blick ab und neigte den Kopf, die dunkelbraunen Haare fielen vor ihre Augen. »Das ist es, was sie tun. Die Sirenen. Erzählen dir, was du hören willst, und locken dich in ihre Festung... Und löschen alles, was du bist. Sie machen dich zu ihrem Werkzeug.«

Zu einer Spielfigur.

Ben sah in die Leere des Alls hinaus. »Und was sie gesagt hat? Über meine Mutter und...?«

»Vielleicht. Vielleicht auch nicht.« Die Dienerin kam näher und legte ihm sanft die Hand auf die Schulter. »Sie haben dich beobachtet, seit sie entdeckt haben, dass du ein Midi bist. Sie wussten etwas. Irgendetwas. Aber sie haben es mir nie gesagt.«

Ben drehte sich um.

Kali kniete über Raidnes Leiche.

Die Schlangen waren aus Kalis Wangentaschen gekommen und hatten sich in die Nase der toten Sirene gewunden. Die Anzati trank ihr Opfer.

Plötzlich riss Kali den Kopf zurück. Die Schlangen peitschten umher und schlugen ihr ins Gesicht, als sie mit dem Rücken auf dem Boden aufkam und vergeblich versuchte, aufzustehen. Dann, in all ihrer Panik, sah sie zu Ben hoch.

In den Augen tiefe, tödliche Angst.

»Was?«, wollte er fragen, aber er hatte keine Stimme. Was habt Ihr gesehen?

Kalis Starren blieb. Kein Blinzeln. Nur hastiges, krankhaftes Atmen. Ben hatte ihre Crew ermordet und Kali hatte ihn nur verspottet. Doch jetzt schien diese frühere Kali niemals existiert zu haben.

»Was habt Ihr gesehen?«

Und Kali rannte. Schneller als die besten Dejarik-Spieler. Sie hechtete Sirenenjäger vorbei, setzte zum Sprung an, durchbrach das Kraftfeld - und verblich in der Nacht des Alls.

Selbst der Himmel fraß, am Ende, seine Kinder.

Die frühere Dienerin ging zu der toten Sirene zurück, drehte sie behutsam auf den Rücken und schloss Raidnes Augen. Sie flüsterte etwas, dann saß sie schweigend neben der Leiche.

Unbeholfen fuhr sich Ben über die Oberarme und scheuerte das trockene Blut ab. Er begriff nicht, was die Dienerin tat, aber er konnte sie nicht unterbrechen.

Schließlich stand sie auf und lächelte.

»Ich bin Ben«, kam es aus ihm heraus. »Ich... Glaube, Ihr habt mich gerettet.«

»Gern geschehen.« Sie zwinkerte ihm zu. »Du hast eine Springerin gesucht. Oder? Um die Arcadia zu verfolgen.«

Und meinen Bruder. Auf dem Schiff ist die einzige Familie, die ich noch habe. »Ja«, sagte er tonlos. »Aber das können nur Midi.« Von plötzlicher Hoffnung gepackt schaute er zu ihr auf: »Oder?«

Das Lächeln der Dienerin kam aus einer Welt, die ihm niemals gehören würde. Es war ehrlicher als das von Ikaia, das von Kali, ehrlicher als Navvos Lachen, ehrlicher als das Jubeln der blutdurstigen Zuschauer. »Ich bin Via«, sagte sie. »Via Hokulani.«


Fortsetzung folgt...



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